Metzger. In fünf Akten.

Eine Geschichte in fünf Akten.

1.

2.

3.

4.

5.

Ein Besuch auf dem Markt war das. Es ist der älteste Markt in Kiew. Die Halle wurde schon im 12. Jahrhundert von Marktleuten bevölkert, erzählte mir einer der Metzger. Er sagte, das Geschäft laufe nicht mehr so gut wie früher, weil die Leute heutzutage in den Shopping Malls einkaufen würden. Das sei bequemer. Auf dem Markt kämen nur reiche Leute. Davon gebe es in Kiew genug, da müsse man sich nicht beschweren. Aber trotzdem – „das Geld, das reinkommt, wird weniger“.

Ansonsten war ich überrascht, wie vielfältig der Markt daherkommt. Es gibt jede Menge Obst- und Gemüsesorten, Fisch und eben Fleisch – Schwein, Lamm, Hähnchen, alles was das Fleischerherz begehrt. Ich bin ja seit etlichen Jahren Vegetarierin. Nicht dass ich das eklig gefunden hätte, das Fleisch zu sehen und es zu fotografieren.

Es war unhygienisch, das schon. Aber gleichzeitig auch sehr unmittelbar – und das hat mich zugegebenermaßen fasziniert. Diese unverfälschten Metzger, die mit einem Stück Fleisch ankommen, es auf dem Holzpfahl mal kurz klein hacken, die zerhackten Stücke in eine weiße Plastiktüte packen und wieder davonziehen. Irgendwie war das ganz schön lässig… und wenn den Jungs langweilig ist, spielen sie Schach. Einfach so, inmitten von Fleischresten und Hackebeil. Auch das: irgendwie ziemlich lässig.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.